Kapitel 42
Hyperlinks, HTML- und XML-Ausgabe
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Abbildg. 42.10
Liste der gespeicherten Exporte
XML
Mit XML (»Extensible Markup Language«) unterstützt Access ein Format, das die Weitergabe von
Daten zwischen unterschiedlichen Systemen und Anwendungen ermöglicht. XML hat sich in der
letzten Zeit als ein Standard zur Beschreibung von Daten und Datenstrukturen etabliert.
Dazu verwendet XML das Konzept der selbstbeschreibenden Dokumente, die alle Informationen
enthalten, die notwendig sind, um sie in ihrem Anwendungsumfeld zu bearbeiten. XML wird vom
World Wide Web Consortium (W3C) standardisiert, das beispielsweise auch den Sprachumfang
HTML festgelegt hat.
Um XML in der Praxis sinnvoll einsetzen zu können, gibt es mittlerweile eine Vielzahl begleitender
Standards wie z.B. XHTML, XML Namespaces, XML Schema, XSLT und XPath.
Tags in XML
XML besteht aus »Tags«. Ein »Tag« ist ein Block, der von den Zeichen
<
und
>
eingeschlossen wird.
Ein Element ist ein Block, der von einem öffnenden und einem schließenden (mit zusätzlichem /)
Tag umgeben wird, also beispielsweise
<FILMTITEL>Happy Feet</FILMTITEL>
Ein Tag kann zusätzliche Attribute aufweisen, wie z.B.
<FILMTITEL SPRACHE="DE">Happy Feet</FILMTITEL>
Tags können mehrere Zeilen einschließen und andere Tags beinhalten:
<Film>
<Filmtitel>Dreamgirls</Filmtitel>
<FSK>Ohne Altersbeschränkung</FSK>
<Länge>134</Länge>
</Film>
XML
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Access im Internet
Beachten Sie, dass Tags auf Groß- und Kleinschreibung achten, so sind
<FILMTITEL>
,
<Filmtitel>
und
<FilmTitel>
drei verschiedene Tags.
Zusätzlich können in XML Verarbeitungsanweisungen angegeben werden, die mit
<
?name data?
>
definiert werden, beispielsweise
<?xml version="1.0"?>
, um den Versionsstand der XML-Datei fest-
zulegen.
In HTML sind die einsetzbaren Tags wie beispielsweise
<HTML> ... </HTML>
oder
<b>
... </b>
vordefiniert. Dagegen erlaubt XML die Festlegung eigener Tags.
Wenn die elementaren Regeln für den Einsatz der Tags befolgt werden, erhält man ein XML-Doku-
ment, das »wohlgeformt« ist. Die wichtigsten Anforderungen an ein wohlgeformtes XML-Doku-
ment sind:
Es muss genau ein Element geben, das alle anderen enthält.
Für alle Elemente müssen die öffnenden und schließenden Tags vorhanden sein, oder das Ele-
ment muss im Tag explizit als leer gekennzeichnet werden.
Alle Tags müssen richtig verschachtelt sein.
Alle Attribute müssen einen Wert haben, der von einfachen oder doppelten Anführungszeichen
eingeschlossen ist.
Der benutzte Zeichensatz muss am Anfang des Dokuments definiert werden, wenn er nicht mit
der Zeichencodierung UTF-8 oder UTF-16 gespeichert ist.
Was ist der Unterschied zwischen XML und HTML?
XML ist wie HTML eine Beschreibungssprache, wobei es grob gesagt bei HTML um das Aussehen
und bei XML um den Inhalt geht. Die Beschreibungen in einer HTML-Datei definieren die Art und
Weise, in der die enthaltenen Daten angezeigt werden sollen. Mit XML hingegen wird die logische
Struktur der enthaltenen Daten erfasst.
Dieser Unterschied wird deutlich, wenn Sie sich die Schreibweise der beiden Sprachen anschauen.
Sowohl in HTML als auch in XML werden so genannte Tags verwendet. Als Tag wird ein von den
Zeichen < und > eingeschlossener Block bezeichnet. Der HTML-Tag <b>65779</b> gibt beispiels-
weise nur an, dass die betreffende Zahlenfolge fett geschrieben werden soll. Am XML-Tag <Post-
leitzahl>65779</Postleitzahl> kann dagegen sofort abgelesen werden, um was es sich bei der Zahl
handelt.
Mit Access XML-Dateien erstellen
Um eine XML-Datei zu erstellen, nutzen Sie die Exportfunktion von Access. Dabei ist es möglich,
neben den in ein XML-Dokument exportierten Daten in einem so genannten Schema die Struktur
anzugeben. Das Schema kann in einer eigenen Datei gespeichert werden. Zusätzlich können Sie in
einer weiteren Datei ein so genanntes Stylesheet speichern, in dem beschrieben ist, wie die Daten
präsentiert werden sollen, wobei mit Präsentation beispielsweise die Anzeige in einem Browser
gemeint sein kann.
HINWEIS
Kapitel 42
Hyperlinks, HTML- und XML-Ausgabe
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Um eine XML-Datei im Browser anzeigen zu können, werden also drei Dateien angelegt – im
Gegensatz zu einer einzigen HTML-Datei, die hierfür notwendig wäre. Diese Aufteilung der Infor-
mationen bewährt sich aber, wenn es nicht nur um die Anzeige, sondern um den Austausch von
Daten geht. Das werden Sie sehen, wenn wir uns im nächsten Abschnitt mit dem Importieren
beschäftigen.
In Access können Sie Tabellen, Abfragen, Formulare oder Berichte in XML exportieren. Als Beispiel
soll die Tabelle aus dem vorigen Beispiel diesmal nach XML exportiert werden.
Dazu klicken Sie wie beim HTML-Export auf die Schaltfläche Weitere auf der Registerkarte Externe
Daten (Gruppe Exportieren). Wählen Sie diesmal XML-Datei statt HTML-Dokument in der Liste
aus. Im daraufhin erscheinenden Dialogfeld geben Sie den Dateinamen an, unter dem die XML-
Datei gespeichert werden soll (siehe Abbildg. 42.11).
Abbildg. 42.11
Dateinamen für XML-Datei vergeben
Nachdem Sie den Dateinamen mit einem Klick auf die Schaltfläche OK bestätigt haben, setzen Sie
im Dialogfeld XML exportieren neben den ersten beiden auch das Häkchen vor Präsentation Ihrer
Daten (XSL), damit die exportierte Datei anschließend im Browser angezeigt wird. Wenn Sie auf OK
klicken, werden die Exportdateien erstellt.
Abbildg. 42.12
Auswahl der zu exportierenden Informationen

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