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Microsoft Windows 7 - Die technische Referenz by Jerry Honeycutt, Tony Northrup, Mitch Tulloch

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KAPITEL 5
Testen der Anwendungskompatibilität
In diesem Kapitel:
Grundlagen der Anwendungskompatibilität ......................................... 129
Auswählen des besten Tools ................................................... 131
Grundlagen des Application Compatibility Toolkit (ACT) ................................. 134
Planen für das ACT ......................................................... 137
Vorbereitungen für das ACT .................................................... 141
Sammeln von Kompatibilitätsdaten ............................................... 144
Analysieren von Kompatibilitätsdaten ............................................. 146
Rationalisieren eines Anwendungsinventars ......................................... 154
Testen und Beheben von Problemen .............................................. 156
Zusammenfassung ......................................................... 164
Weitere Informationen ....................................................... 164
Die mangelnde Kompatibilität von Anwendungen hat oft das Potenzial, eine Bereitstellung zu
blockieren. Außerdem wird dieses Problem in den meisten Bereitstellungsprojekten am wenigsten
beachtet. Wenn Sie sich früh mit dem Thema Anwendungskompatibilität beschäftigen, können Sie
wesentlich besser für den Erfolg eines Bereitstellungsprojekts sorgen.
Die drei wichtigsten Gründe, warum die Anwendungskompatibilität eine Betriebssystembereitstellung
blockieren kann, sind Furcht, Unsicherheit und Zweifel (Fear, Uncertainty, and Doubt; FUD). Unter-
nehmen wissen einfach nicht, welche Anwendungen in ihren Umgebungen verwendet werden, ob
diese Anwendungen zum Betriebssystem Windows 7 kompatibel sind und welches Risiko sich aus
jeder einzelnen Anwendung ergibt, die nach der Bereitstellung versagt.
Um dem abzuhelfen, beschreibt dieses Kapitel die Microsoft-Tools, die zur Verfügung stehen, um die
in einer Umgebung verwendeten Anwendungen zu ermitteln, ihre Kompatibilität zu Windows 7 zu
überprüfen und für alle Probleme Lösungen zu entwickeln. Das wichtigste Tool für Windows 7 ist das
Microsoft Application Compatibility Toolkit 5.5 (ACT).
Grundlagen der Anwendungskompatibilität
Seit Microsoft Windows als Anwendungsplattform praktisch überall anzutreffen ist, haben unabhän-
gige und internationale Softwareentwickler Tausende von Anwendungen für Windows erstellt. Viele
sind
für
den
Geschäftsalltag
entscheidend,
nicht
alle
sind
zu
der
neusten
Windows-Version
kompatibel.
Zu den Anwendungen, die vielleicht nicht kompatibel sind, gehören folgende:
Branchenanwendungen (Line-of-Business-Anwendungen, LOB), beispielsweise Ressourcenpla-
nungsprogramme für Unternehmen
Kernanwendungen aus Standard-Desktopkonfigurationen
130 Kapitel 5: Testen der Anwendungskompatibilität
Verwaltungstools, wie Antivirus-, Komprimierungs- und Remotesteuerungsprogramme
Benutzerdefinierte Tools, beispielsweise Anmeldeskripts
Was bedeutet Kompatibilität?
Anwendungen, die für ältere Windows-Versionen entwickelt wurden, sind aus verschiedenen Gründen
immer noch in Gebrauch. Vielleicht handelt es sich um ein wichtiges Tool, das täglich für Arbeiten
verwendet wird, die sonst nur sehr umständlich zu erledigen wären. Vielleicht haben sich die Benutzer
sehr gut in die Anwendung eingearbeitet und sind deshalb zurückhaltend, was einen Wechsel zu einer
anderen, ähnlichen Anwendung betrifft. Vielleicht gibt es für die Anwendung keinen Ersatz, weil der
Ersteller vom Markt verschwunden ist oder die Firma verlassen hat. Solche Schwierigkeiten machen
die Anwendungskompatibilität zu einem entscheidenden Thema, das Sie bei der Bereitstellung eines
neuen Betriebssystems wie Windows 7 berücksichtigen müssen.
Eine Anwendung ist zu Windows 7 kompatibel, wenn sie sich so verhält, als sei sie für Windows 7
entwickelt worden. Sie muss sich zum Beispiel korrekt installieren und wieder entfernen lassen. Be-
nutzer müssen in der Lage sein, die typischen Datendateien, mit denen die Anwendung arbeitet, zu
erstellen, zu löschen, zu öffnen und zu speichern. Übliche Vorgänge müssen wie erwartet funktionie-
ren, beispielsweise der Druck. Eine kompatible Anwendung läuft ohne spezielle Hilfestellung so unter
Windows 7, wie sie geliefert wird. Wenn sich eine Anwendung als inkompatibel erweist, gibt es viel-
leicht eine neuere kompatible Version der Anwendung. Vielleicht lässt sich das Problem auch mit
einem der Kompatibilitätstools von Microsoft beheben. Diese Szenarien werden in diesem Kapitel
besprochen.
Warum Anwendungen versagen
Die folgende Liste beschreibt häufiger auftretende Kompatibilitätsprobleme, die insbesondere dann
unter Windows 7 auftreten, wenn die Anwendung für Windows XP entwickelt wurde:
Benutzerkontensteuerung Unter Windows 7 arbeiten alle interaktiven Benutzer standardmäßig
nur mit den Rechten eines Standardbenutzers. Das gilt auch für Mitglieder der Gruppe Adminis-
tratoren. Die Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC) ist ein Mechanismus, mit
dem Benutzer Anwendungen mit den Rechten eines Administrators ausführen können. Wegen der
Benutzerkontensteuerung verhalten sich Anwendungen, die Administratorrechte erfordern oder
auf Administratorrechte prüfen, unter Windows 7 anders, auch wenn sie von einem Administrator
ausgeführt werden.
Windows-Ressourcenschutz Der Windows-Ressourcenschutz (Windows Resource Protection,
WRP) wurde so konzipiert, dass er das System mit einem Schreibschutz schützt, um die Stabilität,
Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit des Systems zu verbessern. Das wirkt sich auf bestimmte
Dateien, Ordner und Registrierungsschlüssel aus. Aktualisierungen der geschützten Ressourcen
sind auf Installationsprogramme beschränkt, denen das Betriebssystem vertraut (die Gruppe
TrustedInstaller), beispielsweise Windows-Wartung. Dadurch werden Funktionen und Anwen-
dungen des Betriebssystems vor Einflüssen von anderen Anwendungen und Administratoren ge-
schützt. Dieser Schutz kann bei benutzerdefinierten Installationen zu Problemen führen, die von
Windows 7 nicht als Installationen erkannt werden, wenn Anwendungen versuchen, WRP-Dateien
und Registrierungseinstellungen zu ändern oder auf bestimmte Versionen und Werte zu über-
prüfen.
Der geschützte Modus des Internet Explorers Unter Windows 7 werden Prozesse vom Windows
Internet Explorer 8 mit sehr stark eingeschränkten Rechten im geschützten Modus des Internet

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