Der Beginn des Unternehmertums

– Die Existenzgründung –

Pfingsten 1992, blauer Himmel, Sonnenschein, sommerliche Temperaturen, den Schweiß auf der Stirn, die Frau im Arm, den Einzug ins eigene Haus vollbracht und innerlich zufrieden, absolut zufrieden!

»Haben wir doch gut hingekriegt, oder?«

Meine Frau sah nicht begeistert aus. Sie sagte: »Wie geht es jetzt weiter? Schaffen wir das alles?«

»Immer ganz locker bleiben. Ich habe noch 12000 Mark auf dem Konto. Ich mache mich selbstständig, gründe eine Firma. Entweder es funktioniert oder wir schlafen in drei Monaten unter der Kanalbrücke.«

In voller Zornesröte antwortete sie: »Bist du verrückt? Das schaffen wir nie. Ich lass mich scheiden.«

»Dann bitte jetzt sofort. So ist es für beide Seiten noch kostengünstiger«, war meine Antwort.

Ob sie das alles ernst gemeint hat? Frauen, die unergründbaren Wesen. Allen Lesern sei gesagt: Wir sind noch verheiratet. Und das seit 23 Jahren. So ging es am zweiten Pfingsttag mit vielen offenen Fragen im Kopf im provisorischen Büro mit »Jaffamöbeln« (Apfelsinenkisten und Umzugskartons) an die Konzeption meines Businessplans.

***

1992 gab es in Deutschland gemäß meinen Recherchen ungefähr 9000 Unternehmensberater beziehungsweise Beratungsunternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Selbst der regionale Markt war abgedeckt. Es kam Frust hoch. Hatte ich wirklich gedacht, ich wäre allein am Markt?

Ich dachte: »Also musst du besser, anders, außergewöhnlicher sein als alle anderen. Was sind die Vorteile, ...

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