Die kollektiven Konventionen werden dabei als Wertigkeitsordnungen und interpretative Ressourcen begriffen, auf die die Akteure zurückgreifen, um mit anderen kompetent Auseinandersetzungen zu führen, zu kritisieren, sich zu rechtfertigen, aber auch geschickt Handlungen zu koordinieren und eine „lokal wie immer zerbrechliche Übereinkunft wiederherzustellen“ (Boltanski 2010: 51). So werden soziale und kulturelle Konventionen zu zentralen „Stützen der Handlung“. Sie erklären auch, warum fehlende Kritik „nicht bloß negativ und auch nicht bloß Ergebnis von Herrschaft und Entfremdung [ist]. Häufig bedarf es einer aktiven Beteiligung der Personen und einer besonderen Fähigkeit, nicht zu sehen, oder zumindest nicht zu thematisieren, was schief läuft. ...

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