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Spracheinstellungen und Identitätskonstruktion

Book Description

Die Untersuchung von Spracheinstellungen zu Mehrsprachigkeit, wie sie etwa in sprachbiographischen Interviews geäußert werden, erfolgt meist über inhaltsanalytische Zugänge. Die vorliegende Arbeit fasst jedoch Spracheinstellungsäußerungen als für den spezifischen Erhebungskontext des Interviews hervorgebrachte Gesprächsbeiträge, die entsprechend gesprächsanalytisch auszuwerten sind (z.B. Bearbeitung der kommunikativen Aufgaben in einem qualitativen Interview, Rezipientenzuschnitt der Gesprächsbeiträge der Interviewten).
Die Arbeit widmet sich auf Basis eines Korpus von 14 sprachbiographischen Interviews außerdem der Frage, wie sich die interviewten Deutsch-VietnamesInnen – eine bislang in der Migrationslinguistik vernachlässigte Gruppe – in ihren Spracheinstellungsäußerungen gegenüber der Interviewerin positionieren. Spezifisch wird betrachtet, welche „Sprachräume“ die Interviewten als relevant konstruieren und wie sie sich innerhalb dieser Sprachräume als mehrsprachige Individuen verorten.

Table of Contents

  1. Empirische Linguistik / Empirical Linguistics
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. 1 Die subjektive Perspektive auf migrationsbedingte Mehrsprachigkeit
    1. 1.1 Zum Forschungsfeld der germanistischen Migrationslinguistik
    2. 1.2 Zur situativen Einbindung von Spracheinstellungsäußerungen
    3. 1.3 Das sprachbiographische Interview als Interaktion
    4. 1.4 Sprachliche Konstruktion von deutsch-vietnamesischen Sprachräumen
  7. 2 Zur Konstruktion von Identität in Spracheinstellungsäußerungen
    1. 2.1 Zum Forschungsfeld der Laienlinguistik
    2. 2.2 Zum Konzept des „linguistischen Laien“
    3. 2.3 Subjektive Theorien, Sprachideologien und Spracheinstellungen
      1. 2.3.1 Subjektive Theorien
      2. 2.3.2 Sprachideologien
      3. 2.3.3 Zur mental-kognitiven Modellierung von Spracheinstellungen
      4. 2.3.4 Die diskursiv-sozialpsychologische Modellierung von Spracheinstellungen
      5. 2.3.5 Spracheinstellungen in der Interaktion
      6. 2.3.6 Der Untersuchungsgegenstand der Spracheinstellungsäußerungen
    4. 2.4 Spracheinstellungsäußerungen und Identität
    5. 2.5 Die Verknüpfung von Raum und Identität
      1. 2.5.1 Identität und Interaktion
      2. 2.5.2 Identität und die Indexikalität sprachlicher Variation
      3. 2.5.3 Zum Konzept der narrativen Identität
      4. 2.5.4 Identität und Positionierung
        1. 2.5.4.1 Ebenen der Positionierung
        2. 2.5.4.2 Mögliche Positionierungsakte
        3. 2.5.4.3 Die konversationsanalytisch geprägte Kategorisierungsanalyse
    6. 2.6 Fragstellungen zu Spracheinstellungsäußerungen
  8. 3 Sprachbiographische Interviews – gesprächsanalytisch betrachtet
    1. 3.1 Narrative Interviews als Erhebungsinstrument und Forschungsgegenstand
      1. 3.1.1 Verschiedene Formen des qualitativen Interviews
      2. 3.1.2 Die Durchführung des narrativen Interviews
        1. 3.1.2.1 Das Vorgespräch
        2. 3.1.2.2 Einleitung und narrativer Impuls
        3. 3.1.2.3 Erzählphase
        4. 3.1.2.4 Nachfragephase
        5. 3.1.2.5 Leitfadengestützte Nachfrageteile
        6. 3.1.2.6 Bilanzierung oder Nachgespräch
      3. 3.1.3 Die kommunikativen Aufgaben im narrativen Interview
    2. 3.2 Ein interaktionaler Zugang zu narrativen Interviews
      1. 3.2.1 Zum Kriterium der Natürlichkeit von Interviewdaten
      2. 3.2.2 Narrative Interviews als kommunikative Gattung
      3. 3.2.3 Sequenzialität und Sequenzanalyse
      4. 3.2.4 Recipient design im Interview
      5. 3.2.5 Bisherige Untersuchungen zum Forschungsinstrument Interview
      6. 3.2.6 Ein Plädoyer für eine interaktionale Betrachtung narrativer Interviews
    3. 3.3 Subjektive Sprachdaten und Sprachbiographien
      1. 3.3.1 Sprachbiographien als Erhebungsinstrument in linguistischen Studien
      2. 3.3.2 Untersuchungsebenen bei Sprachbiographien
    4. 3.4 Die erhobenen Sprachbiographien der Deutsch-VietnamesInnen
      1. 3.4.1 Strategischer Essentialismus in der Migrationslinguistik?
      2. 3.4.2 Die Untersuchungsgruppe
      3. 3.4.3 Korpus-Umfang, Kontaktaufnahme und Vorgespräche
      4. 3.4.4 Zur Mehrsprachigkeitssituation der interviewten Personen
      5. 3.4.5 Zum Kontext der Durchführung der narrativen Interviews
      6. 3.4.6 Zum narrativen Impuls und dem anschließenden Gesprächsleitfaden
    5. 3.5 Fragestellungen zu Interviews als Interaktion
  9. 4 Die Bearbeitung der kommunikativen Anforderungen im sprachbiographischen Interview
    1. 4.1 Strukturierung des Gesagten durch die Interviewten
      1. 4.1.1 Anzeigen der Redebereitschaft und Themensuche durch „un:d“
      2. 4.1.2 Verweise auf den bisherigen Gesprächskontext
      3. 4.1.3 Ethnokategorien zum Interviewgeschehen
      4. 4.1.4 Gegenfragen
      5. 4.1.5 Selbstgerichtete Fragen zur Redebeitragsstrukturierung
      6. 4.1.6 Gliederungssignale zur Strukturierung der Narration
      7. 4.1.7 Wiederholungen als Abschlussmarkierung
      8. 4.1.8 Zusammenschau „Strukturierung“
    2. 4.2 Recipient design im sprachbiographischen Interview
      1. 4.2.1 Zur Aussprache von Namen
      2. 4.2.2 Sprachbeispiele
      3. 4.2.3 Vergleiche aus der Lebenswelt der Interviewerin
      4. 4.2.4 Negation antizipierter negativer Urteile
      5. 4.2.5 Zusammenschau „recipient design“
    3. 4.3 Darstellung von Erinnerungsarbeit
      1. 4.3.1 Metakommunikative Thematisierung von Erinnerung
      2. 4.3.2 Selbstgerichtete Fragen
      3. 4.3.3 Ungefähre Zeitangaben
      4. 4.3.4 Zusammenschau „Darstellung von Erinnerungsarbeit“
  10. 5 Vagheit und Explizitheit bei Positionierungen in Spracheinstellungsäußerungen
    1. 5.1 Sprachliche Vagheit und sprachliche Explizitheit
    2. 5.2 Metakommunikative Ankündigungen von Unschärfe
      1. 5.2.1 Ankündigung von Passungenauigkeit und die Darstellung von Formulierungsarbeit
        1. 5.2.1.1 Metakommunikative Formulierungsarbeit mit „sagen“
        2. 5.2.1.2 Metakommunikative Formulierungsarbeit mit „in Anführungsstrichen/ -zeichen“
        3. 5.2.1.3 Markierung unscharfer Kategorisierungen mit „irgendwie“
      2. 5.2.2 Epistemische Unschärfeankündigungen
        1. 5.2.2.1 Epistemische Unschärfeankündigung mit „(ich) weiß nicht“/„weiß ich nicht“
        2. 5.2.2.2 „ich weiß nicht X, aber…“ als epistemischer disclaimer
        3. 5.2.2.3 Epistemische Unschärfeankündigung mit „keine Ahnung“
      3. 5.2.3 Graduelle Wertungen und Qualifizierungen
        1. 5.2.3.1 „relativ“
        2. 5.2.3.2 „eigentlich“
        3. 5.2.3.3 „nicht wirklich“
        4. 5.2.3.4 „irgendwie“
        5. 5.2.3.5 „ganz gut“
    3. 5.3 Nachträgliche Unschärfemarkierungen
      1. 5.3.1 Nachträgliche Markierung von Formulierungsarbeit
        1. 5.3.1.1 Nachträgliche Formulierungsarbeit mit „sozusagen“
        2. 5.3.1.2 Fortführungsausdrücke
      2. 5.3.2 Nachträgliche Abschwächung von Spracheinstellungsäußerungen
        1. 5.3.2.1 „irgendwie“
        2. 5.3.2.2 Nachträgliche Subjektivierungen
    4. 5.4 Sprachliche Explizitheit in Spracheinstellungsäußerungen
      1. 5.4.1 Urteilsbekräftigung ohne Angabe von Gründen – Zur sprachlichen Markierung von Unsagbarkeit
        1. 5.4.1.1 Konstruktionen mit „merken“
        2. 5.4.1.2 Unbegründbare Wertungen mit „komisch“
        3. 5.4.1.3 „irgendwie“ zur Markierung der Unsagbarkeit des Grundes
      2. 5.4.2 Nachträgliche Bekräftigungen des zuvor Gesagten
        1. 5.4.2.1 „wirklich“
        2. 5.4.2.2 „auf jeden Fall“
      3. 5.4.3 Maximalbewertungen mit „perfekt“ zur Markierung von Unerreichbarkeit
      4. 5.4.4 Markierung von Selbstverständlichkeit
        1. 5.4.4.1 „natürlich“
        2. 5.4.4.2 „einfach“ zwischen Selbstverständlichkeit und „Fatalismus“
      5. 5.4.5 Markierung von Regelmäßigkeit zur Verdeutlichung von Relevanz und Glaubwürdigkeit
        1. 5.4.5.1 Betonung von Häufigkeit
        2. 5.4.5.2 Verweis auf Allgemeingültigkeit mit „man“
        3. 5.4.5.3 Regelformulierung durch „kategorische Formulierungen“ des Formats „wenn man …dann“
        4. 5.4.5.4 Das Muster der generalisierenden Redewiedergabe
    5. 5.5 Zusammenschau: Spracheinstellungsäußerungen zwischen Vagheit und Explizitheit
      1. 5.5.1 Vagheit und Explizitheit zur Reduzierung von Angreifbarkeit
      2. 5.5.2 Vagheit oder Explizitheit als Ausrichtung auf die Interviewerin
      3. 5.5.3 Sprachliche Explizitheit zur Selbstpositionierung als zuverlässige InterviewpartnerInnen
  11. 6 Die sprachliche Konstruktion von deutsch-vietnamesischen Sprachräumen
    1. 6.1 Sprachliche Verortungen im Bezugssystem Deutschland
      1. 6.1.1 Ein zweifelhaftes Lob – „Du kannst aber gut Deutsch“
      2. 6.1.2 Akzent, Sprachkompetenz und Zugehörigkeit aus Sicht der Interviewten
      3. 6.1.3 Erwartungen im Elternhaus
      4. 6.1.4 „Investment“ in die Herkunftssprache und Identität
      5. 6.1.5 Bedeutungszuschreibungen von Eigennamen
      6. 6.1.6 Ablehnung von Zugehörigkeit zu einer „vietnamesischen Community“
    2. 6.2 Sprachliche Verortungen im Bezugssystem Vietnam
      1. 6.2.1 Verortung als authentische SprecherInnen
      2. 6.2.2 Fremdzuschreibungen regionaler Zugehörigkeit in Vietnam
    3. 6.3 Die Konstruktion von Sprachräumen und die Verhandlung von gradueller Zugehörigkeit
  12. 7 Spracheinstellungsäußerungen zu Mehrsprachigkeit von Deutsch-VietnamesInnen
    1. 7.1 Der interaktionale Blick auf Spracheinstellungen
      1. 7.1.1 Die mental-kognitive Modellierung von Spracheinstellungen
      2. 7.1.2 Spracheinstellungsäußerungen in der Interaktion
    2. 7.2 Der interaktionale Blick auf sprachbiographische Interviewdaten
      1. 7.2.1 Die kommunikativen Aufgaben im sprachbiographischen Interview
      2. 7.2.2 Die sprachliche Bearbeitung der kommunikativen Aufgaben
    3. 7.3 Spracheinstellungsäußerungen zwischen Vagheit und Explizitheit
    4. 7.4 Die identitätsrelevante Konstruktion von Sprachräumen
      1. 7.4.1 Raum, Identität und Positionierung in der Interaktion
      2. 7.4.2 Die Konstruktion von deutsch-vietnamesischen Sprachräumen
    5. 7.5 Ausblick
      1. 7.5.1 Einbezug der Vorgespräche in die Analyse des Interviews
      2. 7.5.2 Variation in der Teilnehmerkonstellation
      3. 7.5.3 Zur Multimodalität des Schweigens in sprachbiographischen Interviews
      4. 7.5.4 Zur sprachideologischen Spezifik von Räumen
      5. 7.5.5 Mixed methods und Triangulation
  13. 8 Anhang
    1. 8.1 Aufstellung der Metadaten zu den Interviews
    2. 8.2 Leitfaden
    3. 8.3 Aufruf per Aushang
  14. Literaturverzeichnis