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Sprachliche und kommunikative Praktiken

Book Description

Wenn wir an Sprache denken, dann meist an Grammatiken, Rechtschreibung und Lexika. Sprache scheint demnach in der Form von Regeln und Wissen zu existieren.

Dieser Band, der aus der Jahrestagung des IDS 2015 hervorgegangen ist, vertritt eine andere Vorstellung von Sprache: Sprache ist Werkzeug und Lebensform im sozialen und leiblichen Kontext. Sprechen und Schreiben bestehen aus routinisierten Praktiken, die an konkrete körperliche, sequenzielle, mediale und materielle Kontexte gebunden sind und bestimmten Zwecken dienen. Der Bezug auf Objekte und mediale Oberflächen und die leibliche Verfasstheit der Akteure und ihre Situiertheit im Raum sind unhintergehbare Bestimmungsstücke der Verwendung von Sprache. Sprache ist eingelassen in zwischenmenschliche Interaktionen, die sie selbst prägt, aus denen sie ihre Bedeutung bezieht und innerhalb derer sie sich wandelt und neue Verwendungen und Ausprägungen gewinnt.

Die in diesem Band versammelten Beiträge zeigen Anwendungen und Nutzen des Praktikenkonzepts in unterschiedlichen Feldern der Linguistik, wie der interaktionalen Linguistik, der Sozio-, Text- und Medienlinguistik, der synchronen und historischen Pragmatik und der Literalitätsforschung. Dabei rücken über die Perspektive der Praktiken auch die Schnittstellen der Linguistik zu ihren sozialwissenschaftlichen Nachbarwissenschaften, insbesondere zu Soziologie und Medienwissenschaft, in den Fokus.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Praktiken: etwas Gewissheit im Geflecht der alltäglichen Welt
  6. Sprachliche und kommunikative Praktiken: Eine Annäherung aus linguistischer Sicht
  7. Praktiken der leiblich-verbalen Interaktion
    1. Praktiken des Sprechens und Interagierens im Gespräch aus der Sicht von Konversationsanalyse und Interaktionaler Linguistik
    2. Gestische Praxis und sprachliche Form
    3. Deiktische Praktiken: Zwischen Interaktion und Grammatik
    4. Handeln in Praxis. Hinter- und Untergründe situierter sprachlicher Bedeutungskonstitution
    5. Im Zweifel für den Zweifel : Praktiken des Zweifelns
    6. Kommunikative Gattungen in der Interaktion: Kulturelle und grammatische Praktiken im Gebrauch
    7. Am Rande der Praktik – Körperliche Eigendynamiken und ihre Funktionalisierung am Beispiel von Reality-TV
    8. Praxis, kommunikatives Handeln und die Videoanalyse der Videoanalyse
  8. Textuelle Praktiken
    1. Literale Praktiken und literale Kompetenz
    2. Praktiken in der internetbasierten Kommunikation
    3. Praktiken modellieren: Dialogmodellierung als Methode der Interaktionalen Linguistik
    4. Mediatisierte Praktiken: Zur Rekontextualisierung von Anschlusskommunikation in den Sozialen Medien
    5. Vom Handeln zur Kultur. Das Konzept der Praktik in der Analyse von Verabschiedungen
    6. „In den tiefsten Winkeln unserer Betonwälder tanzten die Namen ein farbenfrohes Fest und wir tanzten mit bis in die Morgenstunden“ – Zur praktischen Kultur des Szene-Graffiti
    7. Vom vielschichtigen Planen. Textproduktions-Praxis empirisch erforscht
    8. Neue mediale Formate und ihre kommunikative Nutzung in der Wissenschaft. Fallbeispiele und sieben Thesen zum Praktiken-Konzept, seiner Reichweite und seinen Konkurrenten
  9. Fußnoten