263
Kapitel 11
Mit dem Windows-Menüband
entwickeln, Teil 1
In diesem Kapitel:
Geschichte 264
Das Menüband verwenden 267
Mit dem Windows-Menübandframework programmieren 273
Markup für das Menüband 275
Zusammenfassung 305
264
Kapitel 11: Mit dem Windows-Menüband entwickeln, Teil 1
Dies ist das erste von zwei Kapiteln, die zeigen, wie sich eine moderne, produktivere Benutzeroberfläche
mithilfe des Microsoft Windows-Menübandframeworks erstellen lässt. Das Microsoft Menübandframework
von Windows 7 basiert auf der neuen Fluent-Benutzeroberfläche, die vom Microsoft Office-Team stammt.
Die Fluent-Benutzeroberfläche erleichtert es, mit einer Anwendung zu arbeiten und die Ergebnisse besser
und schneller zu erhalten. Die Fluent-Benutzeroberfläche bietet ein übersichtlicheres Layout der Benutzer-
oberflächenelemente mit logischen Gruppen. Das Windows-Menübandframework ist eine von vielen
Implementierungen der Office Fluent-Benutzeroberfläche. In allen Implementierungen zeigen sich die
gleichen Konzepte, da sie denselben Richtlinien folgen. Wenn Sie sich also für das WPF-Menüband-Toolkit
oder die Visual Studio 2008 SP1 MFC-Menüband-Steuerelemente entscheiden und nicht die APIs des
Windows 7-Menübandframeworks verwenden möchten,nnen Sie trotzdem von diesem und dem nächs-
ten Kapitel profitieren. Das Windows-Menübandframework wird auch unter Windows Vista verfügbar sein.
In diesem Kapitel erhalten Sie Antworten auf Fragen wie zum Beispiel: »Was ist ein Menüband und wie
sollte ich meine Anwendung gestalten, um die Fluent-Benutzeroberfläche zu verwenden?«
Als Erstes lernen Sie, wie Sie die Benutzeroberfläche des Menübands erstellen, und das folgende Kapitel
zeigt, wie Sie mit dem Menüband von Ihrem Code aus interagieren.
Geschichte
Der Entwurf von Office 2007 begann im August 2003. Nach Auffassung des Entwicklungsteams war Office
2003 gut genug, vollständig und bedurfte keiner wirklichen Neuerungen. Doch wenn der reale Benutzer
gefragt wurde, hörte sich die Geschichte für das Office-Team ganz anders an, wie zum Beispiel:
»Ich bin zwar sicher, dass es eine Möglichkeit gibt, aber ich kann sie nicht finden.«
»Office ist so leistungsfähig. Wenn ich nursste, wie ich es besser nutzen kann, wäre das sicherlich von
Vorteil für meinen Job
Die Schlussfolgerung des Teams war:
»Die Benutzer kommen mit der Benutzeroberfläche nicht klar
Mit jedem neuen Release von Office sind neue Features hinzugekommen, doch recht wenige Benutzer
haben sie gefunden oder verwendet. Das Produkt ist immer komplizierter geworden. Die Benutzer wollten
ihre Aufgaben komfortabler erledigen können, doch mussten sie annehmen, dass sich das Produkt niemals
ändern würde, um dieses Bedürfnis zu befriedigen.
Die herkömmliche Benutzeroberfläche (User Interface, UI) von Office Word 2003 mit Dropdownmenüs
und Symbolleisten erinnerte an die Benutzeroberfläche von Office Word 2.0, die 1992 erschienen war. Im
Lauf der Jahre wurden immer mehr Symbolleisten hinzugefügt, von zwei in Word 2.0 über acht in Word 6.0
(1994) und neun in Word 95 zu 18 in Word 97. Die Office-Benutzeroberfläche blähte sich immer mehr auf.
Natürlich gab es viele andere Neuerungen der Benutzeroberfläche, wie zum Beispiel die rote Schlangenlinie,
die auf Rechtschreibfehler hinweist, die grüne Schlangenlinie zur Markierung von grammatischen Fehlern,
Microsoft IntelliSense für sofortige Rechtschreibkorrekturen usw.
In Word 2000 kamen weitere Symbolleisten hinzu, die Gesamtzahl erhöhte sich auf 23. Doch es gab auch
große Anstrengungen, die Benutzeroberfläche zu bereinigen und den Eindruck zu mildern, dass sie aufge-
bläht sei. Im Rahmen dieser Anstrengungen hat das Team neue UI-Konzepte entwickelt, wie zum Beispiel
Intelli-Menü (ein erweiterbares Menü mit einer Winkel-Schaltfläche), Erweitern/Reduzieren-Schaltflächen,

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