ANDREAS B. KILCHER

›Litteratur‹

Formen und Funktionen der Wissenskonstitution in der Literatur der Frühen Neuzeit1145

1.Literatur und Wissen

Literatur als Mathesis, genauer: Literatur als Konstituierung und Generierung, als Speicherung und Verarbeitung von Wissen – das schien lange Zeit eine höchst fragwürdige Perspektive auf die ›belles lettres‹ zu sein. Fragwürdig konnte diese zumal aus der Sicht einer Ästhetik des Kunstautonomen, Fiktionalen und Genialen erscheinen, die in der ›schönen Literatur‹ einen von Geschichte und Wissen enthobenen Raum sieht, die sublime Ideenschrift des ›topos hyperuranios‹, die unvorgreifliche Imagination des ›individuum ineffabile‹, das artistische KunstHeiligtum einer ›Kunst für die Kunst‹. Mit pragmatischen, ...

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