Die Richtung des Lichts

Wenn ich im Sucher meiner Kamera ein Bild gestalte – sei es draußen oder im Studio –, überlege ich immer als Erstes, aus welcher Richtung das Licht einfällt. Wie erwähnt: Ohne Licht gibt es keine Wahrnehmung und keine fotografische Wiedergabe der Dinge. Blumen, Menschen, Landschaften und der Nachthimmel sind ohne Licht unsichtbar, und eine der wichtigsten Eigenschaften des Lichts ist seine Richtung im Verhältnis zum Fotomotiv.

Da ein Gespräch über die Lichtrichtung ein gemeinsames Vokabular voraussetzt, merken Sie sich: Wenn ich »Lichtrichtung« sage, meine ich den Lichteinfall auf das Motiv und nicht die Richtung des Lichts im Verhältnis zur Kamera. Wenn Sie wissen, von wo aus das Licht auf das Motiv fällt und was Reflektivität ist (siehe Abschnitte über Spiegelung und Reflektivität), dann können Sie sich auch die Richtung des Lichts im Verhältnis zur Kamera recht gut vorstellen. Immer vorausgesetzt, natürlich, dass Ihr Motiv nicht selbst eine Lichtquelle ist, sondern Licht reflektiert, das auf die Kamera zurückgeworfen wird.

Licht, das von vorne auf ein Motiv fällt, nennt man Vorderlicht (Abbildung 1). Licht, das von der Seite kommt, nennt man Seitenlicht (Abbildung 2).

Es gibt logischerweise keinen bestimmten Winkel, ab dem aus Seitenlicht Vorderlicht oder aus Vorderlicht Seitenlicht wird – und in vielen Fällen werden Vorder- und Seitenlicht kombiniert. Wichtig ist aber, dass Sie ein Gefühl für die vorherrschende Lichtrichtung entwickeln, denn dann können ...

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