Georg Meggle
Semantik eben diese Praxis als Basis. Wie man auf dieser Basis zur Erklä-
rung von L-Bedeutungen kommen kann, genau dies ist die uns i. F. haupt-
sächlich interessierende Kernfrage.
Nur diese grundsätzliche Änderung in der semantischen Fragestellung
selbst rechtfertigt unsere Rede von zwei unterschiedlichen semantischen
Paradigmen. Und allein dieses Perspektivenwechsels wegen kann Witt-
gensteins Gebrauchstheorie tatsächlich als so etwas wie eine Revolution der
Semantik bezeichnet werden. All seine anderen bedeutungstheoretischen
Leistungen erscheinen demgegenüber – aus heutiger Sicht – sekundär. Die
Vielfältigkeit unserer Sprachspiele, die Abhängigkeit unseres Redens von
den jeweiligen Redekontexten, die Offenheit ...